Knips für Knips - so arbeitest du ohne Stecknadeln


Steckst du noch viel Zeit und Mühe in das Fixieren deiner Stofflagen mit Stecknadeln? Dann solltest du dir dieses Tutorial anschauen, indem wir dir erklären, wie auch du deine Schnittteile ohne mühseliges Stecken einfach und schnell zusammennähen kannst. 

Anstatt mit Stecknadeln kann man nämlich auch mit den sogenannten Knipsen bzw. Zwicken arbeiten. Damit sind kleine Markierungen an den Schnittteilen gemeint. In den Schnittmustern erkennt man sie als kurze Striche, die im rechten Winkel zur Schnittkante verlaufen.

Üblicherweise werden diese Markierungen durch kleine Einschnitte auf den Stoff übertragen, daher wohl auch der Name Knips oder Zwick. Mit der Spitze einer scharfen Schere schneidet (knipst) man nur wenige Millimeter innerhalb der Nahtzugabe in den Stoff hinein.

Es kann bei dieser Methode jedoch schnell passieren, dass man zu weit in den Stoff schneidet. Außerdem ist die Markierung (gerade bei dehnbaren Stoffen) nicht sehr genau, da der Einschnitt auseinanderklafft.

Daher würden wir dir empfehlen die Knipse mit einem wasserlöslichen Textilstift in die Nahtzugabe einzuzeichnen, statt sie einzuschneiden.

Knipse haben mehrere Funktionen. Sie dienen zum einen zur Längenkontrolle. Bei längeren Strecken oder Rundungen zeigen dir die Knipse, an welchen Stellen deine Schnittteile zusammengehören. So kann es dir nicht passieren, dass du ein Teil länger ziehst als das andere. Du brauchst deine Schnittteile also vorher nicht mit Stecknadeln zusammenstecken, sondern kannst nur die Knipse zur Orientierung verwenden: Lege einfach die beiden Stoffkanten am Anfang der Naht bündig unter den Nähfuß. Nähe dann ein, zwei Zentimeter und lass die Nadel im Stoff stecken.

Jetzt kannst du deine Stofflagen sortieren, sodass die Kanten bündig aufeinander liegen und die ersten Knipse zusammentreffen. Nähe bis zu dieser ersten Markierung. Dort angekommen, legst du dir die Kanten wieder bis zum nächsten Knips zurecht. So fährst du weiter fort bis zum Ende der Naht.

Wir zeigen das Beispiel hier an einer Overlock, da es gerade bei elastischen Materialien schnell vorkommt, dass man den Stoff aus Versehen verzieht. Du kannst natürlich auch an der normalen Nähmaschine auf diese Weise arbeiten.

Ein Knips muss übrigens nicht zwangsläufig auf einen anderen Knips treffen, sondern kann auch mit einer Naht zusammenpassen. Zum Beispiel trifft der Knips am höchsten Punkt eines Ärmels in der Regel auf die Schulternaht.


Die Knipse können dir auch dabei helfen die Schnitteile richtig zuzuordnen. Um den Ärmel beispielsweise richtig herum einzunähen, gibt es Knipse an der Armkugel, die dir zeigen, welche Seite zum Vorderteil und welche zum Rückteil gehört. Meistens gibt es auf der einen Seite ein Knips und auf der anderen Seite zwei Knipse oder es gibt auf der einen Seite ein Knips und auf der anderen Seite keinen.

Dann und wann müssen auch unterschiedlich lange Strecken zusammengenäht werden. In diesen Fällen zeigen die Knipse, wie weit das eine Schnittteil gedehnt oder gerafft werden muss, damit beide Teile perfekt aufeinanderpassen.

Das Ärmelbündchen muss hier beispielsweise beim Annähen gedehnt werden, damit die Knipse aufeinandertreffen. Das Bündchen ist kürzer als der Ärmelsaum, damit es nicht zu locker am Handgelenk sitzt.

Schließlich gibt es noch Knipse um Falten, Abnäher oder Saumzugaben zu markieren.

Knipse zu setzen lohnt sich also auf jeden Fall! Viel Spaß beim Nähen ohne pieksige Stecknadeln!